Gedichte zu Stickbildern 2

Für persönliche Einträge und Erlebnisse mit Helga Goetze wurde ein Gästebuch eingerichtet

Was ist wohl Liebe, schöner Freund? 

10. WARUM? und keine Antwort (5.10.1975)
11. Wichsen und wachsen  (20.4.1975)
12. Der Herr und sein Hamster  (18.4.1975)
13. Ich bin das vollgetankte Schiff  (19.3.1975)
14. Sandbänke haben keine Gefühle (13.8.1974)
15. Der Nützling (24.1.1974)
16. Die Wichsmaschine (29.10.1973)
17. Zeit, mon amour  (20.11.1972)

10. WARUM? und keine Antwort

Ich erfuhr, wieviele sexuelle Mißstände es gibt und wurde so auf die sozialen Defekte dieser Gesellschaft gestoßen.  Eine zeitlang ging ich in einen Sozial-Psychiatrischen Arbeitskreis AK 70. Da erlebte ich Walter. Walter war 23 Jahre alt, er sah wie 35 aus. Er war in X Schulen,X Erziehungsheimen, er war im Knast, im Entziehungsheim und in der Psychiatrie. Walter sagte: "Das sieht man doch, ich bin ein einziges Fragezeichen!" Da entstand eines meiner stärksten GEDICHTE

Stickbild-Titel:
10-Alle gackern, keiner brütet

 WARUM? und keine Antwort

Walter rennt durch die Straßen und lacht,
und der Regen, Oktober, er rinnt.
Und er rennt durch den Regen
und er rennt durch das Rinnen -
Oktober ist es, und Wind.

Und Walter lacht, und er schreit.
Oktober und Regen und Rinnen und Nacht.
Und der Walter, der rennt,
und er schreit durch die Nacht.
Und hört nur, der Irre, der lacht.

Und Walter der lacht, und er schreit.
Und er schreit so ganz dolle,
und er brüllt in die Nacht,
er wäre so alleine,
und er wäre doch so fröhlich -
und fast hätte er ein Weib umgebracht.

Und die Nacht und der Regen und Oktober und Nässe
und ein Mensch so allein, der rennt und er lacht.
Und sein Lachen ist irre, und er schreit so allein,
er will nur eine Frau für die Nacht.

Und sein Kopf ist wie ein Ballon.
Und drinnen da kreisen Gedanken und brüllen
und sein Körper ist wie ein Brand.
Und mit diesem Brennen und Kreisen und Rinnen
und mit diesen Schmerzen im Leibe da drinnen
ist Walter zu den Psychiatern gerannt.

Herr Doktor! Herr Doktor! Was ist denn nur mit mir,
mir tut ja alles so weh?
Und wie ich mich drehe und wie ich mich wende,
ich mich ganz verrückt nur anseh'.

Ich will an die Weiber, ich will an die Frauen,
ich will sie mir fühlen, ich will sie mir schauen.
Ich will sie so riechen, ich will sie so fassen,
ich kann mich bald selbst nicht in Frieden mehr lassen.

Ich Schrei durch die Straßen, ich rufe so laut.
Ich bin so alleine und nirgends eine Braut.
Herr Doktor! Herr Doktor! Was ist mit mir los,
ist das noch normal oder stelle ich mich bloß?

Ich hab' es gewußt,
ich bin ganz verrückt.
In meinem Gehirn
so ein Lustprogramm tickt.

Es gibt nur Programme
gesetzlicher Art,
sonst wird man in Knast
und in Bunker gekarrt.

Ach, lieber Herr Doktor,
Du großer Papa,
ach, hilf' mir, du Lieber,
ich brauche eine Mama.

Und der Doktor, der Papa,
er sagt: "Liebes Kind -
hier sind die Tabletten,
zum Schlafen die sind.

Und dann bleibst du
acht Monde
und wir treiben dir aus,
daß du noch nach Liebe
und Weibern ausschaust.

Und abends ein Pille
und morgens eine Pille,
dann wird dein Gefühl
so ganz ruhig und stille.

Und abends geschlafen
und morgens geschlafen,
dann ist dir so wohl
wie ein Schiff in dem Hafen.

Und deine Gefühle
nach Weibern und Braut,
die werden von den Pillen
ganz langsam geklaut.

Das üben wir täglich, das üben wir nächtlich,
der Knabe ist lieb und nach Norm.
Und endlich, du Lieber, es geht ohne Frauen,
jetzt bist du gesetzeskonform".

Hast du Geld, nimm ein Weib dir
oder geh' in den Puff,
hast du keines, dann nur
nach dem Irrenarzt ruf'.
Der gibt dir Tabletten
und redet gut zu,
und so front die Gesellschaft
nach Vorschrift die Ruh'.

Walter rennt nicht mehr sinnlos die Straßen entlang,
er kaut jetzt sehr sinnvoll, den Ärzten sei Dank.
Und morgens einen Killer und nachts einen drauf,
dann hören die Gefühle von ganz allein auf.


05. Okt 75


11. Wichsen und wachsen  (20.4.1975)

Duden: wichsen   es bedeutet meist: blank putzen. Seit dem 18. Jahrhundert; prügeln, gewichst, aufgeweckt, flink. Wichse: Putzmittel Wichs: Putz, Staat Das waren die Anregungen für das GEDICHT Nr.11:

  Stickbild-Titel:
11-Hexe tanzt!

WICHSEN UND WACHSEN

Und sie wichsen und sie wachsen
und sie machen ihre Faxen
und sie reiben und sie glänzen
und sie spielen mit den Schwänzen.

Schlau gewichst und aufgeweckt,
wer wohl ihren Samen schleckt?
Pfui, solch Schweinkram denkt man nicht.
Verschließet das Gesicht.

Denn das Wachsen und das Werden,
das geschieht in engen Herden.
Bei Mama und bei Papa,
beim Pastor und beim Major,
holt man nur das außen vor
und singt laut im Chor:

Und sie wachsen und sie fummeln
an den ungeliebten Stummeln.
Heimlich hier und dort und da
Unterdrückung will man ja,
weil die Knaben dieser Erden
nur als Sklaven ausgebildet werden.

Und das Wichsen und das Wachsen
sind so widerliche Faxen.
Heimlich nachts in ihrem Kahne
ruht die Henne bei dem Hahne
und hat unser Hahn kein Weib,
wichst er sich zum Zeitvertreib.

Die Gefühle werden kühle,
oder sind ein wenig schwüle
so gewachsen und gewichst,
man die Schmerzen weiter mixt.

In der Welt Beschiss und Macht,
mancher weint und mancher lacht,
denn verwichst und durchgeprügelt
und betrogen und gelügelt
das ist unsere Wirklichkeit
bei der Knaben Einsamkeit,

die nur wichsen, wenn sie wachsen,
und sie quälen sich mit Faxen
und sie spielen mit den Schwänzen rum
so alleine dideldum.

Denn das Wachsen und das Werden,
das geschieht in engen Herden,
bei Mama und bei Papa,
bei dem Lehrer und Major,
bei der Truppe dieser Welt
ist ums Fühlen schlecht bestellt.

Denn nur wichsen gibt kein wachsen,
die Gefühle machen Faxen
und sie treiben voller Schmerz
Einsamkeit ins Herz.

  20.04.1975


12. Der Herr und sein Hamster  (18.4.1975)

Als ich meine Familie verließ, wusste ich,ich muß zuerst meine eigene Ökonomie gestalten. Ich arbeitete bei Herrschaften in Hamburg-Blankeneseals Wirtschafterin, eigentlich PUTZFRAU. Volker Pilgrim erzählte im Fernsehen als Beispiel "Emanzipation" von einer Frau Helga Goetze,die mit 52 Jahren ihre Familie verließ.Das hörten meine Chefs, sie verständigten sich mit ihrem Schwiegersohn, der meinte: "Es gab im vergangenen Jahr schon einmal so eine berühmte H.G." Ich wurde verlegen gefragt - daraufhin durfte ich dann mit ihnen zusammen die Mahlzeiten einnehmen.
Die Chefin bekam mit, dass ich dichtete.In ihrem Haus hatte sich ein Hamster im Dachboden eingefunden."Schreiben Sie doch 'mal darüber ein Gedicht." Abends hörte es eine Freundin und lachte: "Was du da wieder geschrieben hast!"Da merkte ich erst, wie zweideutig das Poem war.

DER HERR UND SEIN HAMSTER 
Stickbild-Titel: 12-Das dritte Auge

 DER HERR UND SEIN HAMSTER

Der strenge Herr hat einen Meister, schnuff!
Das ist der Hamster unter seinem Dach.
Und ruht der Herr und möchte schlafen,
dann hopst der Meister nachts und macht ihn wach.

Der Hamster ist ein Bursche flink und helle.
Er kriecht ins Haus, wann ihm das paBt.
Der Herr möcht' liebend gern die schwache Stelle
des Tieres finden, so, das er ihn faßt.

Das Hamsterchen läuft nächtlich seine Gänge.
Der Herr er wacht und hört ihn nebenan
dicht neben seiner Koje Bretter rascheln
und schnüffeln, wie so ein Tier es eben kann.

"He, Meisterchen, wir schließen jetzt Verträge:
des nachts, da schlafe ich und du bist rege,
sieh zu, daß du dein Regesein woandershin verlegst,
sonst hüte dich und es setzt wirklich Schläge!"

Da lacht der Hamster: "Krieg mich doch,
denn gelten die Verträge dir und mir.
Doch denkste denn, ich laß mich pressen:
Hier bist du Knecht und ich Herr im Revier!

18.04.1975

 
13. Ich bin das vollgetankte Schiff  (19.3.1975)

INA, die Pychologin sagte:   "Er wird sich auftanken und dann wieder gehen." Ich hatte Bernd kennengelernt. Er blieb im Juni 1975, nach 4 Monaten Liebe, in der AAO.

  Stickbild-Titel:
13-Die Hexe

 Ich bin das vollgetankte Schiff

  Ich bin das vollgetankte Schiff.

Ich bin das vollgetankte Schiff.
Bis oben hin fast berstend ruht die Energie.
Ich fahre übers Meer und alle winken:
"Komm her, du Tanker, welche Fülle. Gib uns sie".

Ich bin der Tanker, berstend voll geladen,
und Jedem, der sich naht, geb' ich davon.
Sie tragen fort, sie saugen und sie nagen,
sie schmatzen laut. Sie jubeln Ton in Ton:

"0 Tanker, welche Wonne ist dein Segen.
Du tust uns gut. Wir nehmen und du gibst.
Wir hören zu. Wir bauen alle Teile neu,
und unsere Kraft, die wächst. Wie du uns liebst!"

Dort die Gefühle sind ganz fest verschlossen .
Der Tanker gibt. Er fragt nicht schlau nach dem Warum.
Er gibt , was jeder meint, das er es brauche.
Die Ladung schwindet, und der Tanker wird verlassen,
denn alle sehn, die letzte Kraft vergeht im Rauche.

Jetzt winken alle : "Liebes Tankschiff, es war nett.
Du bist jetzt leer. Wir haben uns gefüllt,
wir haben dich genossen und vermarktet,
und unsere Neugier haben wir gestillt.

Du brauchst jetzt Hilfe? Ach, was du nicht sagst.
Du langweilst uns, denn du hast nichts zu geben.
Tschüß! Tschüß! da hinten kommt ein anderes Tankerschiff,
das ist gefüllt bis unters Dach mit frischem Leben".

Und unser Tankschiff macht die Luken dicht.
Es ist ein leerer Körper, den die Winde schütteln.
Er ist nichts wert, und er wird bald versinken,
Seeräuber schon an seinen letzten Resten rütteln.

So ist das Leben!
Vollgetankt mit Weisheit und mit Geld,
dann gibt es Freunde, die sich nahen und gutes Leben.
Und sonst verstößt das ausgehöhlte Wrack die Welt.

19.03.1975


14. Sandbänke haben keine Gefühle (13.8.1974) 

In Hamburg hatte ich viele Telefonpartnerschaften. Der Eine war Herr Karstens. Er war Lehrer bei der Post. Zu mir sagte er:"Sie kriegen sie auch noch klein." Das Gedicht hatte keine Überschrift. Da tauchte das Wort RIFF auf. Ich sah im Duden nach: SAND BÄNKE - und so entstand der Stickbild-Titel:

Stickbild-Titel:
14-Mutterschaft

 SANDBÄNKE HABEN KEINE GEFÜHLE

Dich kriegen sie auch noch klein,
bilde du dir doch bloß nicht ein,
sie würden dich lassen
nach eigenen Maßen.
Das bilde dir doch bloß nicht ein,
sie kriegen auch dich
kurz und klein.

Sie nennen es Sozialisation, diese Kanalisation,
in diese Fron Halluzination und Registration.

Da fangen sie ganz früh mit an,
wenn so ein Säugling sich noch nicht wehren kann
und lassen ihn hübsch laut schreien,
er muß sich befreien
vom eigenen Bock.
Er kriegt einen Schock
und mit einem Stock
und Prügel und Schreien
und so Rangeleien,
dies Messen und Pressen,
und VATER zum Schluß ist Sieger,
der stärkere Krieger
von Erfahrung und Beutegeschrei,
der größere Batzen macht frei.
Und macht die Brut mit,
im ähnlichen Schritt,
dann gibt es Belohnung und streichelnde Schonung,
und VATER, das Tier, drillt die Söhne zum Plaisir.

SOZIALISATION - diese Fron - Vater und Sohn.

DIE WEIBER? Na, hörn Sie bloß auf,
in die Fresse rein und bei Bedarf auf sie drauf.
Das wäre ja noch schöner, die reißen das Maul
und sind in eigener Entscheidung dick und faul.
Ne, ne, DAS WEIB hat zu parieren,
hübsch sein und sonst sich kastrieren.
Papa ist genug, der bringt das Geld
und ist ihr Prinz und ist ihr Held.
wenn sie sich hält, daß er sie hält.

Und sonst, verstanden! Abhauen,
Scheidung und sich alle umschauen.
Das bringt die Gesellschaft ihr aber ganz schnell bei:
Ohne einen Beschützer ist sie vogelfrei
und hat überhaupt nichts mehr zu sagen.
Mitspielen! und nicht so viel fragen.

Und Gefühle werden kühle.
Denn Papa weiß ganz genau, nur seine Ehefrau
in Prostitution als WEIB
oder Weib in Prostitution als Nutte,
Gefühle in Sozialisation und Kanalisation
in diese Fron Halluzination und Reqistration.

Berechnete Spiele - alles nach Geld,
so ist die Welt.
Und wer Gefühle ohne Bewertung gibt,
ist wie ein Dieb. Den sperrt man ein,
in den Knast, oder in die Irrenanstalten rein.
Da gibt es den letzten Schliff,
bevor man kentert auf einem Riff.

SANDBÄNKE HABEN KEINE GEFÜHLE.

13.08.1974


15. Der Nützling (24.1.1974)

I. T e i l Meine Erlebnisse a) mit meinem kleineren Bruder b) mit meinen eigenen Kindern.
II. T e i l  Eine Bekannte erzähltemir das Erlebnis ihres Mannes : Er wurde in der Schule aufgerufen,hatte einen Steifenund wußte sich nicht zu verhalten.
III. T e i l Mein Rechtsanwalt erzähltemir die Geschichte seiner Jugend. Ich erlebte mal seine Mutter, die dauernd laut rief:" Liebe ist nehmen und geben -nehmen und geben!"

  Stickbild-Titel:
15-Frieden

   Der Nützling

Kleiner Nützling, ei wie praktisch,
pinkeln kann er und noch mehr
lustvoll ziehen, strecken, dehnen,
nützlich ist der Kleine sehr.

Schon das Bübchen mit zwei Jahren
läuft zu seiner Frau Mama:
"Mami", ruft der Kleine strahlend.
"sieh mein Nützling, der ist da".

Doch die Mama selbst so prüde,
schreit das Kind an: Laß den doch.
Der ist nur zum Pinkeln nützlich
mit dem kleinen Pinkelloch.

Leute wollen das nicht sehen,
jeder steckt das Stäbchen weg,
denn so pissen ist doch wirklich
furchtbar schlechter Jauchedreck.

Und das Büblein ist erschrocken,
schnell das Ding in seine Hos'.
Weg ist der für alle Zeiten,
zuerst klein, dann riesengroß.

Unser Knab' ist 13 Jahre
und der Lehrer fährt ihn an.
Büblein kann vor Schreck nicht denken.
denn das Ding stößt unten dran.

Ist er 17, schaut die Mama
ärgerlich sein Bettuch an:
"Was soll denn der Fleck im Bette,
faßt du etwa unten dran?"

Unser Büblein fängt zu weinen,
Zittern er nicht halten kann,
doch die Mami, seine Gute,
bringt ihm Tee in großer Kann'.

Du sollst schlafen, lieber Kleiner,
dieser Tee ist für die Ruh'
und halt klüglich Hände oben,
dann bleibt auch dein Löchlein zu.

Sieh', der Samen in dem Nützling,
ist nur da zum Kinder zeugen,
denn du mußt dich diesem Schwanze
nicht in seine Herrschaft beugen.

Du bist Herr in deinem Hause,
denken ist von Wichtigkeit,
und der Nützling in der Hose,
der ist eine Nichtigkeit.

Hin und wieder, wenn die Spannung
wirklich mal wird riesengroß,
dann nimmst Du ihn nebensächlich
wohl schon mal aus deiner Hos'.

Schließlich wird die Samenfülle
mal zu mächtig, die muß weg,
und es ist der dicke Nützling
nur ein Rohr für seinen Zweck".

 24.01.1974


16. Die Wichsmaschine (29.10.1973)

Nach meiner ersten Fernsehsendung 1973:  Hausfrau sucht Kontakte... versuchte die Presse so viele Information wie möglich von mir zu bekommen. Ich hatte damals über Gewerbescheinein INSTITUT FÜR SEXUALINFORMATION.
Auf dem Schild stand meine Telefonnummer, die nun in allen Illustrierten auftauchte,und das Telefon ging 1 1/2 Jahre Tag und Nacht. So begann mein Unterricht im gesellschaftlichen Wissen um die Untergründe unseres Bestie-Seins.

  Stickbild-Titel: 16- Frau und Mann

 Die Wichsmaschine

Wichser ruft: He, Wichsmaschine,
leg dich hin, ich brauche dich.
Beine breit und schnell gewackelt
Wichser fackelt lange nicht.

Dieses Wichsen, Gott die Jungen,
machten auf der Weide das.
Dieses hin- und hergehampelt
ist doch auch kein großer Spaß.

Es muß sein, der dicke Lümmel
zwischen meinen Schenkeln ruft,
hab ich meine Wichsmaschine,
schaff ich mir ein bißchen Luft.

Spannung reizt mich, Wichsmaschine,
ich bin dein Motor drauflos.
Und das Wichsen geht alleine,
wie Pistolen in die Hos’.

Hier mein Pisser ist der Kolben,
den ich in die Fotze schick,
und als Held, du Fickmaschine,
wird er hundertmal so dick.

Helden ficken wie Soldaten:
ruck und zuck und drauf und rein,
mit Maschinen -Weiber/Waffen -
treffen wir ins Loch hinein.


29.10.1973


17. Zeit, mon amour  (20.11.1972) 

Ein Mann, den ich über eine Kontaktanzeige 1972 in Hamburg kennenlernte, erzählte mir,daß er zuerst mit einer Französin Liebe gemacht hätte.Die hätte ihm gesagt: ZEIT, MON AMOUR, DAS LIEBEN BRAUCHT ZEIT...daraus wurde folgendes GEDICHT:

Stickbild-Titel:
17-Vier Frauen in der Natur

Wenn das Lieben nicht wär.

Zeit, mon amour,
die Liebe braucht Zeit.
Zeit braucht das Lieben
dann baut es sich weit.

Weit baut sich Lieben
gib’ Zeit ihr und Denken,
Denken und Zeit
und wissen des Lenken.

Für heute und morgen,
Atem und Geist,
Geist, mon amour,
das Lieben beweist.

Beweise die Tiefe,
das liebende Denken,
leise, ganz leise,
schwimmt heran das Versenken.

Versenken und Einklang,
Gespräch hin und her.
Ach, mon amour,
wenn das Lieben nicht wär.

20.11.1972